Stumpf ist Trumpf

Es gibt viele Fußballspiele, nach denen das Endergebnis die zurückliegenden 90 Minuten nicht wirklich wiederspiegelt. Das gestrige B-Klasse Spiel zwischen dem FC Fackel und dem ASV Wolfartsweier war eines dieser Spiele.

Nach drei sieglosen Spielen in Serie war der ASV Wolfartsweier schon leicht unter Zugzwang, wollte man die Lücke zu den Spitzenmannschaften der Klasse nicht weiter anwachsen lassen. Wie in den letzten Wochen musste Trainer Esch wieder auf mehrere potenzielle Stammspieler verzichten. Zu den üblichen Verdächtigen trug sich Stürmer Ngum zusätzlich in die Liste der fehlenden Spieler ein. Mutz ersetzte in der Offensive den krankheitsbedingt fehlenden Müller. Eben jener Mutz war es, der die Gastmannschaft nach nicht mal neun Minuten in Führung brachte. Krahl setzte sich durch mehrere Gegenspieler auf der linken Außenbahn durch und behielt dann die nötige Ruhe, um den am Elfmeterpunkt frei stehenden Mutz zu sehen. Das flache und scharfe Zuspiel verwertete der quirlige Offensivspieler gekonnt zur Führung. Endlich nutze der ASV mal wieder eine frühe Chance im Spiel.

In der Folge entwickelte sich ein pures Kampfspiel. Die Fackler kombinierten sich Mitte der ersten Halbzeit einige Male gefällig vor das Stickel-Tor, verpassten aber meist den richtigen Zeitpunkt für einen Abschluss. Die zahlreichen Eckbälle, die der Heimmannschaft in der ersten Halbzeit zugesprochen wurden, versprühten bis auf eine Ausnahme nicht wirklich Gefahr. Man merkte, dass die Gäste aus Wolfartsweier alles ins Spiel hineinwarfen, was möglich war, um einen Gegentreffer zu verhindern.
Schrecksekunde dann Mitte der ersten Hälfte. Der unglücklich pfeifende Schiedsrichter Zoller hatte die Partie scheinbar schon unterbrochen, als Esch per rüder Attacke des Facklers Göttmann zu Boden gestreckt wurde. Für den Stoßstürmer des ASV ging es nach dieser Aktion nicht weiter – Jungbauer übernahm seinen Platz in der Offensive. Bis zur Halbzeit versuchte der ASV, das Spielgeschehen wieder durch Kombinationsfußball an sich zu reißen. Gegen den aggressiv spielenden Gegner und einem schwer zu bespielenden Geläuf was das aber die falsche Marschroute.

Trainer Esch empfahl seinen Mannen, in der zweiten Halbzeit einen für sie völlig fremden Fußball zu spielen: „Kick and Rush“ war angesagt. Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit wurde der Ball von der exzellent aufgelegten Wolfartsweirer Defensive um Messina und Petriccione nach vorne gebolzt, als gäbe es kein Morgen mehr. Für ein so enges Spiel benötigt man aber nicht nur eine konzentrierte Innenverteidigung, sondern auch einen top aufgelegten Torhüter. Strücker bewahrte die Gäste mit einer Glanzparade Mitte der zweiten Halbzeit vor dem Ausgleich, indem er einen geschlenzten Schuss im letzten Moment an den Pfosten lenkte. Seit 205 Minuten ist die Glatze vom Horbenloch damit ohne Gengentor.
In der 63. Minute dann die Vorentscheidung: Einen langen Ball (was sonst?) von Messina nutze Peluso kaltschnäuzig zum 2:0 aus Gästesicht.
Die Fackler gaben sich zu keinem Zeitpunkt des Spiels auf, rannten aber an diesem Tag immer wieder vergebens gegen die Defensive der Gästemannschaft an.
Mit einem satten Linksschuss setze Joker Ernst der Partie in der 90. Minute den Deckel drauf.

Das war diese Saison sicherlich nicht die spielerisch beste Partie der Wolfartsweirer. Was die 15 Männer da aber kämpferisch auf den Platz gebracht haben, hat Respekt verdient. Man hat sich gegen den Negativtrend gestellt und mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit überzeugt. Das Ergebnis von 3:0 fällt unserer Meinung nach ein wenig zu hoch aus und war niemals so klar, wie es jetzt auf dem Papier aussieht.
Nächste Woche geht es zur Reserve des FV Leopoldshafen, die aus den letzten vier Spielen 12 Punkte mitnehmen konnten. Man sollte also gewarnt sein. Immerhin weiß die Mannschaft aus Wolfartsweier jetzt, dass sie nicht nur Kombinationsfußball, sondern auch in engen und kämpferisch betonten Spielen ihren Mann stehen kann.

21.10.2018   13 Sonntag Uhr

Kreisklasse C2   FC Fackel2 – ASV Wolfartsweier2   0:1 (0:1)    

Vorschau:

Sonntag 28.10.2018 12.30 Uhr   DJK Mühlburg2 – ASV Wolfartsweier2

Sonntag 28.10.2018 13Uhr   FV Leopoldshafen2 – ASV Wolfartsweier

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