Was man für drei Punkte alles in Kauf nehmen muss…

Kroatien – ein wunderschönes Land, welches so mancher Karlsruher schon mal für einen erholsamen Sommerurlaub besucht hat. Sofort hat man Bilder von türkisblauem Meer, gegrillten Cevape oder Luca Modric vor Augen, wenn man das Land mit der langen Küste denkt. Spieler aus Wolfartsweier verbinden seit gestern mit Kroatien zumindest kurzweilig eher Attribute wie Unsportlichkeit, aufbrausendes Temperament und Tätlichkeiten.

Bei bestem Fußballwetter fand sich der ASV Wolfartsweier auf dem Rasenplatz des ehemaligen Karlsruher Fußballclubs Alemannia Rüppurr ein, um sich mit dem jetzt dort spielenden  SV N.K. Croatia Karlsruhe zu messen. Die Vorzeichen zu diesem Spiel schienen deutlich: bei einer Mannschaft aus dem Tabellenkeller sollten unbedingt drei Punkte mit nach Hause gebracht werden! Aus diesem Grund ließ Trainer Esch in der Offensive die gleiche Elf wie in der Vorwoche gegen Spöck auflaufen, lediglich Urlauber Kuntz ersetzte in der Defensive Jungbauer. Vor allem vor der körperlichen Härte der Kroaten war man schon vor Spielbeginn durch einen Blick auf die Fairness-Tabelle gewarnt. Was sich dann aber gerade in der ersten Halbzeit auf dem Platz abspielte, übertraf die Erwartungen deutlich.
Vom Anpfiff weg war die Zerstörung des Spiels durch körperliche Präsenz und Härte die einzige Marschroute, die sich der SV N.K auf die Fahne schrieb. Was bei einem gewissen Maß noch als taktisches Mittel verstanden werden kann (schließlich ist Fußball eine körperbetonte Sportart und sollte auch als solche angenommen werden!), schwenkte frühzeitig in Unsportlichkeit um. Hier ein Ellenbogen im Gesicht, da ein Nachtreten und schließlich eine Rudelbildung nach der nächsten, in denen sich die kroatischen Mitspieler zu einer Tätlichkeit nach der nächsten hinreißen ließen. Der erfahrene Spielleiter Eberhard Unger war mit den Spielsituationen komplett überfordert und ließ alles durchgehen, was vor seinen Augen passierte. Da durfte Stürmer Biljaka auch mal den ASV-Spieler Baldassarre am Hals packen und andere Spieler zu einer körperlichen Auseinandersetzung auffordern – alles kein Problem für Schiri Unger. In der ersten Hälfte hätten drei (!) Spieler des N.K Croatia Karlsruhe für grobe Foulspiele, Tätlichkeiten und anspucken (!!!) des Feldes verwiesen sein müssen.
Das Spiel an sich litt natürlich unter diesen Vorkommnissen. Der ASV Wolfartsweier zeigte sich (verständlicher Weise) von dieser Art, ein Fußballspiel zu bestreiten, beindruckt.  Es konnte zwar ein Chancenplus aufgewiesen werden, bis zur 33. Minute stand es aber noch 0:0. Darauf hatte Innenverteidiger Petriccione scheinbar keine Lust mehr und setzte den Ball aus 20 Metern nach einer Ecke mit einem fulminanten Schuss an den linken Innenpfosten des Tores der Kroaten. Selten war der Jubel über einen Führungstreffer größer als an diesem Sonntag.

Trainer Esch mahnte seine Mannschaft in der Halbzeit zu mehr Ruhe auf dem Spielfeld und erinnerte sie daran, dass man sich auf nichts einlassen sollte, was nichts mit dem runden Leder zu tun hat. Keine Minute war in der zweiten Halbzeit gespielt, als seine Mannschaft ihm zeigte, dass sie in der Halbzeit zugehört hatte. Vom Anspiel weg ließ der ASV den Ball in den eigenen Reihen laufen, um dann durch einen wunderschönen Ball in die Schnittstelle von Müller auf Peluso überfallartig durchzubrechen. Wieseler stoppte den flachen Flankenball von Peluso am Fünfmetereck und wollte gerade zum Schuss ausholen, als Santamaria aus abseitsverdächtiger Position sein Herz in die Hand nahm und aus fünf Metern mit links ins lange Eck abschloss. Der Kapitän zeigte mal wieder ein klasse Spiel und belohnte sich endlich selbst dafür mit seinem ersten Saisontor.
Der Wille der Kroaten war dann spätestens in der 55. Minute gebrochen, als Peluso durch sein achtes Saisontor zum 3:0 für den ASV erhöhte. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Kroaten bereits zu 10., da sich Knezevic wiederholt ein Foulspiel leistete und dafür vom Platz flog – und zwar nicht mit gelbrot, sondern glatt rot, da er sich nach dem Foulspiel in unnachahmlicher Art mit Spielleiter Unger anlegte und ihm mehrfach drohte.
Das 4:0 erzielte dann Joker Jungbauer nach einer tollen Einzelleistung trocken und platziert. Der Mittelfeldaktuer des ASV zeigte nach seiner Einwechslung eine einwandfreie Leistung und freute sich ebenfalls über seinen ersten Saisontreffer. Dass man am Ende noch einen Treffer durch Sestic fangen musste, der sich nach einem klasse Zuspiel im eins gegen eins mit Torhüter Strücker durchsetzen konnte, trübte die Stimmung des ASV nicht mehr. Als Unger die Partie abpfiff war man einfach nur froh, ohne große Verletzungen diese Partie zu Ende gebracht zu haben. Wir fragen uns, wie man so ein Fußballspiel bestreiten kann. Wir, der ASV Wolfartsweier, treffen uns Sonntag für Sonntag, um uns mit anderen Mannschaften in der Sportart Fußball zu messen. Natürlich gehören Foulspiele mal dazu, natürlich fallen auf dem Sportplatz auch mal Worte, die man sich so bei der alltäglichen Arbeit nicht an den Kopf wirft. Aber es gibt Grenzen – und diese Grenzen hat der SV N.K. Croatia Karlsruhe gestern deutlich überschritten. Wenn Zuschauer anfangen, die komplette zweite Halbzeit mit ihren Smartphones zu filmen, damit man Beweismaterial für etwaige Ausschreitungen besitzt, dann spricht das für sich und ist so von Wolfartsweierer Seite nicht zu akzeptieren.

Am kommenden Sonntag freuen wir uns auf ein weiteres Saisonspiel gegen Mühlburg und hoffen, dass dort nur der Fußball und keine Nebenschauplätze im Vordergrund stehen werden. Durch das 3:0 von Espanol gegen Blankenloch ist die Liga in der Spitze wieder enger zusammen gerückt. Gleiches gilt für den ASV Wolfartsweier: Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie eine Mannschaft ist und für einander einsteht. Das macht Mut für die kommenden Aufgaben – die Saison ist noch lang!

                                                                                                                                                                            FW

Vorschau:

Sonntag 18.11.2018 12.30 ASV Wolfartsweier2- SW Mühlburg2

Sonntag 18.11.2018 14.30 ASV Wolfartsweier – SW Mühlburg

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