Erst Pfui, dann Hui – Wolfartsweier gelingt Comeback im spektakulären Spitzenspiel

Nach manchen Spielen weiß man als Spieler nicht, was man jetzt mit den vergangenen 90 Minuten anfangen soll. Meistens stellt sich dieses Gefühl der Ratlosigkeit nach einem Unentschieden ein. Wenn man aber nach 22 Minuten bereits mit 3:0 hinten liegt, sollte man ja eigentlich froh sein, noch ein Unentschieden erreicht zu haben…eigentlich!

Die Mannschaft des ASV Wolfartsweier fieberte die komplette letzte Woche dem Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten aus Hochstetten entgegen, schließlich wollte man die Chance nutzen, nach einem Sieg im direkten Duell einen Platz in der Tabelle nach oben zu klettern. Akribisch bereitete Trainer Esch, der die Hochstetter in den letzten Wochen beobachten ließ, auf die schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe vor. Selbstverständlich wurde die Startelf mal wieder im Vergleich zum letzten Spiel durcheinander gewürfelt. Die beiden letztwöchig geschonten Santamaria und Krahl spielten für Müller und den am Knöchel verletzten Baldassarre.

Natürlich blieb es den Verantwortlichen aus Wolfartsweier nicht unentdeckt, dass die Spieler Zwecker und Bunea auch Hochstetter Seite für über 50% der erzielten Tore in dieser Saison verantwortlich waren. Gerade auf diese beiden Spieler galt es  also zu achten. Der ASV setzte diese Aufgabe hervorragend um – zumindest sieben Minuten lang. Denn dann klingelte es schon zum ersten Mal im eigenen Kasten und eben jener Bunea durfte zum Torjubel ansetzen. Krahl wurde auf der linken Abwehrseite von Fürniß überlaufen. Verteidiger Messina konnte den Flügelspieler auf die Gefahr hin, einen Elfmeter zu verschulden, nicht mehr stoppen und so brauchte Fürniß nur noch auf das Fünfmeter-Eck ablegen, wo Bunea danke sagte und trocken zur frühen Führung der Gastgeber traf.
So hatte sich der ASV Wolfartsweier den Spielverlauf natürlich nicht vorgestellt. Die Mannschaft kam auf dem recht kurzen Platz zu Beginn der Partie nicht mit den schnellen Flankenläufen der Hochstetter zurecht. Wenn man mal in einen Zweikampf kam, pfiff Schiedsrichter Ertürk für kleinste Berührungen Foulspiel – sowohl auf der einen, wie auf der anderen Seite. Ein solcher Zweikampf am Strafraumeck des ASV sollte dann auch Ausgangsposition für das zweite Tor von Bunea werden.
Der Stürmer legte sich den Ball auf die Strafraumlinie und zirkelte den Ball von dort direkt aber mal sowas von in den Winkel, dass manch ein Zuschauer der Meinung war, dass der Ball nicht im Winkel, sondern im Winkel vom Winkel gelandet war. Hut ab – kann man mal so machen.
Nach dem 3:0 nur zwei Minuten später durch einen Kopfballtreffer von Parthen war die Messe für die Gäste aus Wolfartsweier eigentlich gelesen – dachte man.

Doch es war fast schon bewundernswert, dass die Elf aus Wolfartsweier sich nicht verunsichern ließ,  einfach weiter spielte und versuchte, mit den nächsten Aktionen den Anschlusstreffer zu erzielen.
In der 39. Minute zog der quirlige Mutz einfach mal aus halbrechter Position und 25 Metern Torentfernung ab und gab dem Ball eine so merkwürdige Flugkurve mit, dass Schlussmann Dürr den Schritt in die falsche Richtung machte und sich den Ball schlussendlich ins eigene Tor boxte. Glück für den ASV – doch so schnell war man wieder im Spiel. Nur 6 Minuten später - und somit kurz vor dem Pausenpfiff – legte sich Santamaria den Ball für einen Freistoß aus knapp 25 Metern zurecht und wollte wohlwissend, dass Schlussmann Dürr gerade vielleicht noch etwas von seinem Patzer beeindruckt war, einfach mal draufhalten. Dürr konnte den satten Schuss nur klatschen lassen und Grammer aus drei Metern dadurch abstauben.

Eine völlig verrückte erste Halbzeit mit Höhen und Tiefen für den ASV endete mit einem positiven Erlebnis für die Mannschaft, an welches man in der zweiten Halbzeit anknüpfen wollte. Trainer Esch brachte dafür neuen Schwung in der Offensive und brachte Esch für Wieseler. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in denen Bunea, Zwecker und CO. immer häufiger ASV-Schlussmann Strücker prüften, welcher durch teils spektakulärer Paraden seinen Kasten sauber halten konnte.

Leider waren es aber ab der 65. Minute nicht mehr wirklich die beiden Mannschaften, die im Mittelpunkt der Partie standen, sondern Spielleiter Ertürk, der mit wirkliche völlig unerklärlichen Entscheidungen das Spiel leitete. Gerade die Hochstetter waren hier in zwei bis drei Situationen die leittragende Mannschaft. Einmal pfiff Ertürk Abseits, obwohl gleich drei Verteidiger des ASV dem eigenen Tor meterweit näher waren als der Hochstetter Angreifer. Ein anderes Mal traf Bunea zum 4:2 für Hochstetten, Ertürk entschied sich aber gegen den Vorteil und gab Freistoß auf Höhe des Strafraums. Im Sinne der ausgleichenden Gerechtigkeit wurden daraufhin viele Angriffe des ASV vom Schiedsrichter aufgrund einer angeblichen Abseitsstellung abgepfiffen.
Das Finale der kuriosen und spannenden Partie dann in der 85. Minute. Wieseler, der kurz zuvor nochmal für die Schlussoffensive von Trainer Esch gebracht wurde, trat einen Freistoß aus halblinker Position scharf auf den langen Pfosten. Der Ball ging an allen Füßen im Strafraum vorbei und hätte wahrscheinlich gepasst, wenn Dürr nicht noch reflexartig den Ball zur Seite klären konnte. Sein Pech nur, dass Mutz am langen Pfosten lauerte und aus kurzer Distanz zum 3:3 einschob. Der Jubel auf Seiten des ASV war gewaltig und es waren ja noch ein paar Minuten zu gehen. Der ASV glaubte noch an das ganz dicke Ding und hätte durch Peluso sogar den Sieg einfahren können, doch diesmal war Dürr im Eins-gegen-Eins der Sieger.

Aufregung dann in der Schlussminute. Erst kam es in der 89. Minute zu einer Rudelbildung auf Höhe des Mittelkreises, wodurch die Partie für einige Minuten unterbrochen werden musste.
Darauf dann folgend der letzte Angriff der Hochstetter, bei dem sich Bunea den Ball einen Tick zu weit am Strafraum-Eck vorlegte und dann in einem Zweikampf irgendwie zu Fall kam. Schiri Ertürk tat den Hochstettern den Gefallen nicht und pfiff statt Elfmeter die Partie einfach ab.
Die Gemüter kochten natürlich auf Seiten der Heimmannschaft noch einmal hoch. Wir sind aber der Meinung, dass es sich hierbei nicht wirklich um eine klare Fehlentscheidung des Spielleiters handelte.

So endet eine wirklich turbulente und spannende Partie zwischen dem Tabellenzweiten und Tabellenvierten 3:3 unentschieden. Für die Jungs aus Wolfartsweier ist dieses Ergebnis eigentlich zu wenig, nach diesem Spielverlauf kann man allerdings froh darüber sein, dass man den Abstand in der Tabelle zu Hochstetten nicht anwachsen lassen musste.
Wenn eine Mannschaft nach 22 Minuten mit drei Toren hinten liegt verdient sie Respekt dafür, wenn sie noch etwas Zählbares mit nach Hause nimmt.
Nächste Woche wartet dann schon wieder das nächste Spitzenspiel auf die Jungs vom Horbenloch. Am letzten Spieltag des Jahres 2018 muss sich die Mannschaft mit der Reserve von Espanol messen. Im Hinspiel gab es hier ein 1:1 – wir sind gespannt, in welche Richtung das Rückspiel gehen wird…hoffen aber, dass die Esch-Elf nicht nochmal einem hohen  Rückstand hinterher laufen muss.

FV Hochstetten2 – ASV Wolfartsweier2 0:6 (0:2)

Vorschau:

Sonntag 02.12.2018 12Uhr   Alemania Eggenstein2 – ASV Wolfartsweier2

Sonntag 02.12.2018 12Uhr FC Espanol2 – ASV Wolfartsweier

Joomla Template by Joomla51.com