Achterbahnwochen in Wolfartsweier.

Der Karlsruher hat das Glück, sich mehrmals im Jahr auf die Messe am alten Schlachthof freuen zu dürfen. Einmal im Quartal werden von den Schaustellern Schießbuden, Karuselle, Geisterbahnen und andere Fahrgeschäfte angeboten. Die Esch-Jungs dürften es eigentlich kaum erwarten dürfen, bald zusammen eine Fahrt auf einer Achterbahn zu nehmen – so oft gleichen die Ergebnisse der letzten Wochen nämlich einer solchen Fahrt.

Während unsere „Zwote“ letzte Woche spielfrei hatte und deswegen den ersten Tabellenplatz wieder gegen den Zweiten mit den Ostlern tauschen musste, freute sich unsere Erste über ein Spitzenspiel auf heimischem Geläuf. Die Reserve vom FC Neureut stellte sich am Horbenloch vor und kam als Tabellendritter keinesfalls vorbei, um Geschenke zu verteilen. Trainer Esch durfte sich auch diese Woche wiederholt den Kopf darüber zerbrechen, welche Elf er auf den Platz schicken soll. Zum Glück hatte unsere Zweite Mannschaft spielfrei und konnte so den dünnen Kader auffüllen. Das Spiel gegen starke Neureuter hatte von Anfang an alles, was man sich unter einem Spitzenspiel vorstellt. Der ASV war vom Anpfiff über eine Spielkontrolle bemüht und ging durch einen Kopfball von Epanlo nach Freistoßflanke von S. Baldassarre in der 7. Minute in Führung. Bis zur Halbzeit war die Heimmannschaft die überlegene Partei auf dem Spielfeld und hatte noch einige Chancen, um den Spielstand deutlicher zu gestalten. Nach der Pause hatte das Spiel der Gastgeber dann aber einen Bruch und ließ Neureut mehrere Großchancen kreieren. In der 50. Minute war es einzig und allein Schlussmann Strücker zu verdanken, der heldenhaft in einer eins-gegen-eins Situation gegen einen Neureuter Stürmer parierte, dass die Führung Bestand hatte. Nur wenige Augenblicke später zeigte C. Esch dann, dass sich die Knie-OP im Sommer gelohnt hatte. In feinster Marcel-Hirscher-Manier ließ er 5 Mann wie Slalomstangen stehen und traf eiskalt zum 2:0. Großer Jubel brandete auf und wurde in der 88. Minute noch einmal wiederholt, als Bosch dem Spiel mit seinem 6. Saisontor den vielzitierten Deckel drauf machte. Eine ganz feine und geschlossene Mannschaftsleistung war der Grundstein für diesen wichtigen Dreier, der auch ohne unsere Jungs von der Zweiten so nicht hätte Zustande kommen können.

Doch wie es bei einer Achterbahnfahrt nun mal ist: Nach einem Hochpunkt folgt immer eine Abfahrt, und genau diese mussten beide ASV Mannschaften dann in Graben hinnehmen. Zunächst versuchte unsere „Zwote“, weiter ungeschlagen zu bleiben. Doch leider ist diese Serie gerissen, denn mit einem 3:0 setzte sich die Reserve von Graben gegenüber unseren Jungs durch. Das Ergebnis war am Ende vielleicht ein Tor zu hoch, allerdings hatte es gerade in der Offensive zu wenig Akzente gegeben, die einen Auswärtssieg gerechtfertigt hätten. Unsere Jungs haben sich in den letzten Wochen aber so viel Kredit erspielt, dass man ihnen auch mal eine etwas schwächere Leistung verzeihen muss. Kopf hoch Jungs – ihr spielt so eine geile Saison! Lasst euch von einem Ausrutscher nicht das bisher Erreichte schlecht machen und behaltet euer Ziel im Auge.

Leider fungierte unsere Reserve der Ersten als Vorbild, denn auch die Esch-Elf ging gegen Graben leer aus. Gegen tief stehende Hausherren hieß es am Ende 2:1 für Graben. Der ASV hatte über die gesamte Spielzeit die besseren Aktionen im und um den Sechzehner, konnte sich aber im Abschluss nicht so effektiv wie in den letzten Wochen präsentieren. Eine kuriose Szene, die man so noch nicht erlebt hatte, ereignete sich nach nur 11 Minuten: Capitano Santamaria, der nach langer Knöchelverletzung endlich sein Comeback gab, wurde vom Schiedsrichter nach einem Foulspiel ausgewechselt. Der Spielleiter stellte dem Kapitän die Wahl, sich auswechseln zu lassen oder sich mit Rot verabschieden zu dürfen, denn anscheinend wurde das Foul an der Seitenlinie von ihm als Notbremse gewertet. So kam Scholtyssek nach 90 Minuten Zwote noch einmal auf den Genuss von 80 Minuten Fußball – Respekt Scholty!

Die erste Halbzeit endete torlos, in der zweiten Halbzeit wurde Graben dann etwas stärker. In der 65 Minute klingelte es dann doppelt im Wolfartsweirer Kasten. Ein Schuss von Heil ging erst an den rechten Pfosten, von dort an den linken und dann ins Tor. Ärgerlich, aber eigentlich konnte nur so das erste Tor der Partie fallen. Christian Bosch wollte diesen Nackenschlag aber nicht auf sich sitzen lassen und traf nur 4 Minuten später aus knapp 20 Metern flach zum verdienten Ausgleich. Dann kam die spielentscheide Szene: Ein langer Flankenball landete hinter Strücker, der sich auf der Torauslinie befand, im Aus. Ein Grabener Stürmer bugsierte den Ball gedankenschnell per Kopf zurück ins Spielfeld und legte in den Fünfer zurück, von wo aus Schmidt nur noch ins leere Tor einschieben musste. Der Protest des ASV war laut, doch der nicht schlecht, aber merkwürdig pfeifende Schiedsrichter Ravar nahm den Treffer nicht zurück. In den Schlussminuten warf der ASV noch einmal alles nach vorne, scheiterte aber entweder am Grabener Schlussmann oder an der Ungenauigkeit im Abschluss.

Das war das erste Null-Punkte-Wochenende für den ASV in dieser noch jungen Saison. Gewöhnen wollen wir uns daran nicht, verurteilen können wir es aber auch nicht, denn durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen schreiben wir hier auch nach Spieltag 10 über den SPITZENREITER! Die andere Seite der Medaille ist, dass die Liga natürlich noch näher zusammen gerückt ist. Das werden unsere Jungs in den nächsten beiden Spielen zu spüren bekommen. Stand heute geht es mit Olympia Hertha und DJK Ost gegen Platz 3 und 4 in der Tabelle – beide jeweils nur einen Punkt schlechter dekoriert. Das werden enge und schwierige Spiele für den ASV, aber Trainer Esch wird sich schon was überlegen und hoffentlich eine zufriedenstellende Punkteausbeute einfahren. Wir freuen uns wie jede Woche über zahlreiches Erscheinen. Anstoß der Ersten ist bei beiden Partien jeweils um 14:30 Uhr, unsere Zwote spielt jeweils vorher um 12:30 Uhr.

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